
In dem Werk „Der eindimensionale Mensch“, erschienen 1964 in den USA untersucht Marcuse die Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft (Untertitel). Er konstatiert ein eindimensionales und positives bzw. positivistisches Denken, sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Diskurs. Die Wissenschaft flüchte sich aus Furcht vor Werturteilen oder politischer Einmischung in quantitatives Denken und in Empirie. Anstatt die Ungleichheit im Kapitalismus und die nukleare Bedrohung anzugreifen oder zu kritisieren, würden diese Probleme nur verwaltet und somit immer neu reproduziert. Hier setzt Marcuse die Negation entgegen: einerseits die Verneinung durch Kritik, andererseits ging es um die Weigerung, das Spiel mitzuspielen und die Suche nach dem qualitativ Anderen. Marcuse war bezüglich der Änderung der Verhältnisse sehr pessimistisch eingestellt und betonte die stabilisierende, "affirmative" Kraft des eindimensionalen Denkens. Auf den letzten Seiten taucht das Schlagwort der Großen Verweigerung als Ausweg auf. Viele Gruppen der ´68er-Bewegung und der alternativen Szenen bezogen sich auf dieses Motiv und auch auf andere Werke und propagierten weiters ein Aussteigen aus dem kapitalistischem System. Eine Utopie liegt darin, dass Marcuse eine befreite Gesellschaft vernunfttheoretisch und triebtheoretisch begründen wollte, oder die Möglichkeit einer anderen freieren Gesellschaft wach zu halten Dieser Ansatz wird 1967 in einem vor Studenten der freien Universität Berlin gehaltenen Vortrag näher ausgeführt (Am Ende der Utopie). In Gesellschaften mit hochentwickelten Produktivkräften besteht demnach die Möglichkeit zu einer Umwälzung. Ziel ist es die Armut und Elend und entfremdete Arbeit abzuschaffen. Anders als Marx beschrieben hatte, kann das Reich der Freiheit im Reich der Notwendigkeit erscheinen. Laut Marcuse ist die Negation der bestehenden Gesellschaft die Voraussetzung zur Transformation menschlicher Bedürfnisse. Es bedarf einer neuen Moral, einer Moral jenseits der judäo-christlichen Moral stehenden, die die vitalen Bedürfnisse nach Freude und nach dem Glück erfüllt und weiters die ästhetisch-erotischen Dimensionen umfasst. Er befürwortet ein Experiment der Konvergenz von Technik und Kunst sowie von Arbeit und Spiel. Interessant auch, dass Fourier die Differenz zwischen einer freien und einer unfreien Gesellschaft erstmals deutlich gemacht hat, indem er eine Gesellschaft in Aussicht stellte, in der selbst gesellschaftlich notwendige Arbeit im Einklang mit den befreiten, eigenen Bedürfnissen der Menschen organisiert werden kann. Hier wird von Marcuse der Begriff vom möglichen Ende der Geschichte geprägt.
| ed82fc0b5aa7c84293620e330fcc55ced5c86b7e |
Tracker | http://onebigtorrent.org |
Category | eBooks, Magazines, Audio Books |
Uploaded by | |
Uploaded on | Sep 08, 2008 |
Number of files | 1 |
Last Seeder | 1d , 0h 28m 40s ago |
| 533 |
| 171 |
| 26 |
0 Comment